Meine Zeit in China

 

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Station 6: Suzhou; noch einmal Jiangsu

Suzhou ist ein kleines Dorf, nur eine halbe Stunde mit dem Zug von Shanghai entfernt. Es gilt als das „Venedig des Ostens“, jedoch werden wir auch gleich von unserem Lonely Planet gewarnt, unsere Erwartungen nicht zu hoch zu stecken, da vieles von der Kulturevolution zerstört wurde.  

Suzhou hat tatsächlich nur kleine Kanäle und Gassen, in denen heute natürlich viele Souvenirgeschäfte zu finden sind (in dieser Straße war auch unser Hostel)aber mit Venedig ist es keineswegs zu vergleichen, zu wenig Kanäle und Brücken… Und ähnlich wie Hangzhou ist auch Suzhou in China für seine Seide und Stickereien bekannt.


Suzhou heute ist viel mehr für seine scheinbar unzähligen Gärten bekannt. Welchen soll man da nur anschauen? An unserem ersten Tag haben wir uns für den „Garten der Politik meiner Wenigkeit“ und den „Löwenhain-Garten“ entschieden. Der erste war der größte in Suzhou, aber mir persönlich hat der Löwenhai-Garten besser gefallen, weil er viel verwinkelter war. Auf jeden Fall waren beide Gärten wirklich schön. Unser Problem war natürlich wieder die Jahreszeit, denn Gärten wären natürlich im Sommer weitaus schöner gewesen, auch wenn sie selbst im Winter beeindrucken sind. Trotz allem waren wieder unglaublich viele Besucher dort – wie soll man dann bitte im Sommer die Gärten genießen können? Dieses Foto zeigt den größern der Gärten:

Für den 2. Tag in Suzhou hatten wir uns eigentlich vorgenommen das Suzhou-Museum zu besichtigen und einen weiteren Park. Jedoch ist uns offenbar unser leckeres Abendessen am Vortag nicht wirklich bekommen, sodass wir leider den kompletten 2. Tag in einem Kaffee verbringen mussten, bis wir total erschöpft abends endlich in den Zug nach Xian steigen konnten.

Unser Hostel in Suzhou gehörte, nebenbei bemerkt, zu einem der schlechteren, die wir bis jetzt hatten: dunkel, kalt und vor  allem ohne Gemeinschaftsraum. Kurz: nicht der ideale Ort um sich dort von einer Lebensmittelvergiftung zu erholen.

6.2.14 15:11


Station 5: Shanghai

Fünf Tage Shanghai, dachten wir, sollte eigentlich genug sein. Und tatsächlich gibt es für eine so große Stadt dort dann doch nicht all zu viel zu sehn. Eigentlich kaum vorzustellen, da Shanghai DIE internationale Stadt Chinas ist.

An unserem Ankunftstag hats zum ersten Mal auf unserer Reise geregnet.  Im Hostel haben erst mal Alicia getroffen. Sie wird im nächsten Jahr in Liuzhou unterrichten nun ein paar Wochen mit uns reisen. Unser Hostel war in der  Nähe der Nanjing Street, der größten Einkaufsstraße in  Shanghai. Am unserem ersten Abend sind wir durch die Nanjing Street zum Bund gelaufen um uns die Shanghai Skyline anzuschauen.  


Der Bund selbst sieht vor allem bei Nacht auch recht schön aus. Aber die nachgebauten europäischen Häuser passen irgendwie so gar nicht ins Stadtbild und auch nicht wirklich zusammen. Sie wirken eher  wie eine wahllos zusammengewürfelte  europäische Spiegelzeugstadt.


Am nächsten Tag war ganz Shanghai unglaublich leer. Leere Metro, leere Straßen, einfach alles – nicht gerade wie man sich Shanghai vorstellt. Wir wollten uns eigentlich ein Museum anschauen, das aber auf Grund des Neujahrsfestes geschlossen hatte. Wir hatten Glück, dass an unserem letzten Tag in Shanghai überhaupt eines mal wieder geöffnet hatte, sodass wir immerhin das Rockbundmuseum besichtigen konnten. Dort wurden nur Ausstellungsstücke einer einzigen britischen Künstlerin gezeigt. Die Ausstellung war zwar klein aber schön. Nur das Begleitheft hat uns nicht wirklich weiterhelfen können.

Da nun die Museen zuhatten haben wir uns am ersten Tag die französische Konzession angeschaut. In den zwei besonders schönen Teilen stehen die schönsten alten Häuser Shanghais. Wenn man durch die Gassen läuft findet man ausschließlich westliche Kaffees, Restaurants, Galerien und Souvenirläden. Und da wir nun eben nur einmal in Shanghai sind, haben wir uns dort auch eine richtige Pizza gegönnt.


Danach gings in die Shangahier Altstadt, die wunderschön  beleuchtet war.

 

Anschließend gings auch schon wieder zurück. Ursprünglich wollten wir uns an diesem Abend nur das Feuerwerk zum chinesischen Neujahr anschauen, haben uns dann aber kurzfristig noch einer Gruppe aus dem Hostel angeschlossen und sind mit ihnen in eine Club. Das war aber mit Abstand der schlimmste Club, in dem ich bisher in China gewesen bin, und so sind wir auch bald wieder raus, und erneut zum Bund, da wir uns das Feuerwerk anschauen wollten. Die komplette Promenade war auch voller Besucher. Aber an diesem Abend war die Luft so schlecht, dass wir überhaupt kein Feuerwerk gesehen haben, nur hören konnte man etwas. Also sind wir enttäuscht wieder zurück zum Hostel.

So leer wir es am Tag vor chinesischem Neujahr war, so voll war es die nächsten Tage – traf schon eher die Vorstellung von Shanghai. Metro fahren war der reinste Albtraum… Wir wollten uns die Altstadt noch mal bei Tag  anschauen und den Yuyuan Garten. Der hatte aber geschlossen. Also haben wir am späten Nachmittag einfach beschlossen noch einmal ins französische Viertel zu gehen und dort einen Kaffee zu trinken. Dort haben wir uns verquatscht und wollten gegen halb 11 zurück zum Hostel fahren. Aber: es fuhr keine Metro mehr. Wir konnten es erst gar nicht glauben: halb 11 in Shanghai und es fährt einfach keine Metro mehr. Und so mussten wir eben zurück laufen.

Am nächsten Tag wollten wir uns einen Tempel, den Jadebuddhatempel, anschauen, der allerdings sein Eintrittsgeld nicht wert war. Dafür haben wir am Abend das mit Abstand interessanteste unseres Aufenthalts gemacht: Wir sind auf den höchsten Turm Shanghais, dem World Finacial Center, gegangen..  Der auch als „Flaschenöffner“ bekannte Turm ist 492 Meter hoch. Als Besucher kommt man in den 94. 97.  Und 100. Stock . Von Oben sieht man erst, wie groß Shanghai eigentlich ist! Und vorallem sieht Shanghai von dort auch richtig lebendig aus…

An unserem aller letzten Abend in Shanghai habe wir uns dann eine Bar gesucht, um einen Cocktail zu trinken. Hätte man schönes Wetter gehabt, hätten wir von der Bar aus einen schönen Ausblick auf die Skyline gehabt. Aber auch so haben wir uns gut unterhalten. Später sind auch noch Kati und Veniamin zu uns gestoßen, die zufällig zur gleichen Zeit in Shanghai gewesen sind.

Und damit war unsere Zeit in Shanghai auch schon vorbei. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir von der Stadt mehr erhofft, aber vielleicht war unsere Reisezeit auch einfach nicht die Beste.

Oh, ich habe vergessen die unbestechliche chinesische Logik zu erwähnen: Zum einem kann man sein Handyguthaben nicht  einfach aufladen, wenn man in einer anderen Provinz ist, noch nicht einmal in dazugehörigen Handyladen. Dafür muss man erst in einem beliebigen Supermarkt gehen und eine Rubbelkarte kaufen. Und man kann (Metro-)transportkarten – mit Depositzettel! – nur an der gleichen Haltestelle abgeben, an der man sie auch ausgeliehen hat. Was ist denn das für eine Logik: Ein Metronetz, dann muss man doch die Karten auch an jedem Schalter abgeben können, oder?

 

3.2.14 10:33


Station 4: Hangzhou, Zhejiang

Von Nanjing gings  - natürlich mit dem Zug - nach Hangzhou. Über Hangzhou sagt man auch, dass es das „Paradies auf Erden“ sein soll, zumindest in China. Und tatsächlich ist der West Lake echt schön. Der See ist wirklich riesig und unsere Ziel war es zumindest einmal ihn zu umrunden.

 

Zu Wahl standen entweder einmal um den  See zu laufen (ca. 5 Stunden) und mit dem Fahrrad zu fahren (ca. 3 Stunden), das aber mit Pausen, da  man nicht auf jeder Streck das Fahrrad mitnehmen konnte. Wir haben uns für Fahrrad fahren entschieden und haben eben öfters Pause gemacht. Von dem einen Ufer aus sieht man die Berge im Hintergrund und vom anderen Ufer aus die Stadt Hangzhou. Unterwegs haben Kati, die in Liuzhou unterrichtet hat getroffen und mir ihr die Tour beendet.

Da aber alles schneller ging, als erwartet, sind wir anschließend noch mal einen Tempel besichtigen. Zu Abschluss sind wir dann noch in ein Museum, weil sowieso alle Museen kostenlos waren. Wir haben uns für das Seidenmuseum entschieden, das aber leider nicht so besonders war. Aber laut diesem Museum gibt es 4 Hauptregionen in China, in der Seide hergestellt und bearbeitet wird. Aus diesem Grund gab es in Hangzhou auch ganz viele Läden, die mehr oder weniger echte Seide verkauft haben.

Janine war immer noch krank und so sind wir dann zurück zum Hostel. Während sie sich ausgeruht hat bin ich noch mal mit dem Fahrrad an den See mir den Sonnenuntergang anschauen.


Danach bin ich durch die Souvenirsstraßen in der Altstadt gelaufen uns später noch mal mit Janine, nachdem ihr Wecker sie aufgeweckt hatte. Unser Hostel war zum Glück praktisch um die Ecke und eindeutig eines unserer besten in China.

Am nächsten Tag haben wir einen Tagesausflug in das Dorf Wuzhen gemacht. Dort kann man  mit die beiden Altstädte besuchen. Laut Kati reicht der größere Westteil aus, und so sind wir 4 Stunden durch die alten Häuser gelaufen. Wuzhen gehört zu den vielen Wasserstädten, die es hier in der Umgebung gibt und hats sich für einen Tagesausflug auf jeden Fall gelohnt. Natürlich ist vieles mittlerweile kommerzialisiert und überall sind westliche Kaffes. Die meisten hatten aber geschlossen, da wegen chinesischem Neujahr wenig Touristen dort waren.


29.1.14 14:51


Station 3: Nanjing, Jiangsu

Ja, die Zugfahrt war etwas lang. Aber mit genügend Proviant und verschiedenen Methoden des Zeitvertreibs lässt sich auch das gut überstehen.  Hier mal ein Bild von unserem ganzen Gepäck für die Zugfahrt:


Nach 25 Stunden Fahrt sind wir also in Nanjing angekommen. In dieser Stadt gab’s nicht soo viel zu sehen. Zum Glück, können wir sagen. Denn Janine war etwas krank, und so konnten wir eh nicht viel unternehmen.

Am ersten Tag wollten wir uns zuerst die 4,5km lange Brücke über dem Yangtse anschauen. Aber irgendwie war die Brücke jetzt nicht so wirklich spektakulär, obwohl sie zweistöckig ist.  Anschließend gings dann zum Xianwu-See-Park. Der Park war erstaunlich groß  und wir haben unsere Skyline-Blid von Nanjing dort bekommen.


Nach dem See-Park haben wir uns noch den Jiming-Tempel angeschaut, damit wir zumindest noch etwas besichtigen. Wir waren in letzter Zeit zwar schon in vielen Tempeln, aber der war trotzdem ganz schön.

Am 2. Tag sind wir dann zu der einzigen „Sehenswürdigkeit“ in Nanjing gefahren, die wir unbedingt besichtigen wollten.

 

Das war die Gedenkstädte für das Nanjing Massaker 1937, bei dem die Japaner über 300.000 Chinesen in der Stadt Nanjing ermordet haben. Uns hat die Größe der Gedenkstädte beeindruckt.  Allein das Museum zur Geschichte des Massacers war groß und hat viele Fragen geklärt, aber auch gleichzeitig viele aufgeworfen (die Antworten dazu haben wir anschließend gegoogelt). Außerdem gab es auch eine Ausstellung über das Konzentrationslager in Auschwitz und am „Ende“ der Gedenkstädte einen Friedensplatz mit einer großen Statue.

Und damit war Nanjing auch schon erledigt.

26.1.14 04:16


Station 2.2: Der Große Buddha von Leshan & der Berg Emei Shan, immer noch Sichuan

Von Chengdu aus ging’s mit dem Bus nach Leshan, ca. 2 Stunden südlicher. Am Busbahnhof haben wir erst einmal einen Schock bekommen, weil auf unseren Busticket „Abfahrt: 16 Uhr“ stand, aber wir ja morgens  dort ankommen wollten. Wir haben uns beschwert, aber das Ticket zählte für jetzt. Chinesische Logik, muss man nicht immer verstehen.

Leshan selbst in echt hässlich, aber wir sind ja nur wegen dem Buddha gekommen. Das ist ein 71m hoher in den Fels gehauene Buddha, der schon über 1200 Jahre alt ist (sieht man auch langsam&hellip Der Buddha wurde nur aus einem Grund gebaut: Um die gefährliche Strömung des Flusses zu besänftigen. Das hat auch irgendwie funktioniert, denn der Fluss hatte  so wenig Wasser, dass wir uns gewundert haben, wie dort überhaupt Schiffe fahren konnten. Aber ob der Buddha tatsächlich daran Schuld ist, bezweifeln wir… Der Rest vom Gelände war nicht spektakulär. Es gab nur noch einen halbwegs interessanten Tempel.

Zum Glück sind im Winter hier wenig Besucher, sonst ist die Besichtigung richtig anstrengend. Das hier ist der Kopf:


Und hier mal der ganze Buddha. Die kleine Person in rot bin übrigens ich…


Abends ging es dann direkt von Leshan weiter nach Baoguo, einen Stadt am Fuß des buddhistischen Berges Emei Shan. Da in unserem Hotel in Baoguo die Zweibettzimmer billiger waren, als Mehrbettzimmer in unseren Hostels haben wir uns diesen Luxus gegönnt. Am nächsten morgen ging’s dann wieder früh raus, weil wir den ersten Bus um 7 zum Berg nehmen wollten.

Das Hotel hatte uns eine andere Route als unsere Lonely Plante empfohlen, also ging’s erst mal auf den Gipfe. Dort oben lang Schnee und viele Stellen waren vereist, sodass wir zum ersten Mal unsere Winterjacken in China tragen und wir uns Spikes ausleihen mussten. Alles wäre nur halb so schlimm gewesen, wenn es anstatt Stufen einfach  Wege nach oben gegeben hätte. Da alles vereist war, beschlossen wir Seilbahn zu fahren und nur das letzte Stück zu wandern. Wir waren etwas schockiert, wir kurz der Weg war.

Der Gipfel war nicht einfach war nicht einfach nur ein Gipfel. Die Chinesen haben dort einen riesigen Platz mit Statue und Tempel hin gebaut. Ich persönlich fand, dass das nicht ganz zu einem Berg passte.


Von oben hatte man auf der einen Seite einen Ausblick auf die Berge ringsum.


Auf der anderen Seite waren die Berge in Nebel gehüllt und nur die Spitzen schauten raus. Das ganze sah märchenhaft aus, weil die Wintersonne alles in ungewöhnliches Licht hüllte.


Auf dem Rückweg vom Gipfel haben wir sogar wilde Affen gesehen.


Anschließend sind wir zu einem Teil weiter unten am Berg gefahren und  vom Wannian Tempel zum Qingyin Pavillon gelaufen. Dort war es eindeutig wärmer!. Wir freuten uns, dass wir jetzt endlich wandern konnten, denn schließlich waren wir ja auch auf einem Berg. Aber schlussendlich sind wir nur 1,5 Stunden Stufen im grünen Wald hinunter gelaufen. Hoch laufen wäre wirklich anstrengend gewesen!

Auf dem Emei Shan sind uns vor allem dieses Dinge aufgefallen:

Chinesen laufen so wenig wir möglich – vor allem auf einem Berg. Sie laufen extrem langsam. Frauen ziehen sogar auf einem Berg mit SCHNEE hohe Schuhe an. Sie machen wirklich alles nur mit geführten Touren. Und nur wenige nehmen zum „wandern“ etwas zu essen oder zu trinken mit. Deshalb gibt es auch alle paar Meter Essenstände. Eigentlich schade, fanden wir, weil man auf dem Berg nicht  einfach in Ruhe wandern konnte.  Für den Emei Shan galt übrigens das gleiche wie in Leshan: Zum Glück waren wir im Winter da. Wir wollten uns nicht vorstellen, wie es im Sommer ist, wenn die Chinesen der Berg besuchen. Dann kann man das „wandern“ total vergessen.

Nachdem wir am Abend wieder zurück waren und etwas gegessen hatten,ging‘s dann mit dem letzten Bus zurück nach Chengdu, wo wir vor unserer sehr kurzen Nacht noch Proviant für unsere nächste Zugfahrt kaufen mussten…

24.1.14 14:26


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