Meine Zeit in China

 

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Abonnieren








Halloween"party"

Besonders viel ist auch diese Woche nicht passiert. Weil Halloween war, haben wir den Unterricht über Halloween gemacht. Aber Halloween wird in China nicht wirklich gefeiert.

Trotzdem wollten ein paar Studenten eine Halloweenparty feiern. Ein Lehrer von der Uni, Simon, hatte mich gebeten, ihm bei der Organisation zu helfen. Das ganze stellte sich schlussendlich als schwieriger heraus, als gedacht. Hinterher war uns dann klar, warum nicht auch andere Lehrer mithelfen wollten...  absolute Deadline war 23 Uhr, an einem Samstag. Aber da die Studenten unbedingt eine Party wollten, haben sie auch eine bekommen. Den ganzen Samstagnachmittag habe sie den Raum dekoriert. Dabei war die Halloweendeko aber eher süß als gruselig. Die Kostüme waren auch nicht wirklich welche für Halloween – eher Karneval. Aber auch ich musste ein Kostüm tragen. Für mich haben sie ein Nonnenkostüm ausgesucht. Das hier sind Simon als britischer Soldat, Kay und ich:


Nach der Party bin ich mit den Lehrern noch in eine Britische Bar gegangen, in der so gut wie nur Ausländer waren. Deshalb waren die Getränke auch nicht ganz billig… Dort bin ich auch zum ersten Mal anderen Deutschen in Nanning begegnet. Zwei Jungs, die in Ludwigshafen studieren und in Nanning ihre Partneruni haben. Später sind wir alle zusammen in einen chinesischen Club. Eigentlich war es dort einfach nur voll, zu laut und keiner hat getanzt. Als Ausländer bekommt man zwar alle Getränke bezahlt, wird aber dafür auch von den Chinesen von einem Ort zum nächsten gezerrt… hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

 

4.11.13 15:58


Es gibt immer etwas, das man noch nicht gesehen hat…

Aber Krankenhäuser muss man auch nicht unbedingt sehen. Keine Angst, mit mir ist alles in Ordnung! Ich war nur Begleitung. Am ersten Tag wollte man uns erst gar nicht behandeln, weil wir zu spät angekommen sind, und man hat uns wieder nach Hause geschickt. Eigentlich hatten wir da auch schon keine Lust mehr, denn lebende Tiere wie z.B. Hasen in der Notaufnahme fanden wir nicht ganz so prickelnd.

Am nächsten Tag sind wir also  wieder ins Krankenhaus. Natürlich sind wir nicht alleine dorthin, sondern wurden von einem Chinesen begleitet, der uns geholfen hat. Bei der großen Schlange an der Anmeldung hatten wir schon Angst, es würde den ganzen Tag dauern. Aber nach weniger als 2 Stunden durften wir wieder gehen.  Laut Arzt muss sich der Patient nur erst mal an das Essen und das Klima gewöhnen

Während sich der Patient später zu Hause ausgeruht hat, hab ich in der Stadt Sandy getroffen. Sie ist Lehrerin in Liuzhou und wollte sich an ihren beiden freien Tagen  Nanning anschauen. Zusammen mit ihr war ich an Orten, an denen ich bis dahin  selbst auch noch nicht gewesen bin. Mit ihr war ich im reichern Teil von Nanning. Dort gibt es auch Einkaufsläden, wo wir Kleidung in passender Größe für uns finden würden! Und das ist ab jetzt mein neuer Lieblingsplatz hier in Nanning:

6.11.13 11:41


Ein spontaner Urlaub in Kunming, Yunnan

Chinesische Spontanität hat manchmal doch etwas. Am letzten Montag kam unsere Lehrerin zu uns und meinte, wir hätten ab Dienstag frei und müssten nicht mehr unterrichten. Also hab ich mir schnell überlegt, welche Stadt nicht auf unserer großen Chinareise auf dem Programm steht, mir Zugtickets gekauft und los ging‘s. Das einzige, was an der spontanen Sache etwas doof war, hätten wir das früher gewusst, dann hätten wir  noch mehr reisen können.

Als Ziel hatte ich mir Kunming ausgesucht. Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas, Nachbarprovinz von Guangxi. Obwohl es also für chinesische Verhältnisse praktisch um die Ecke liegt,  braucht man 13 Stunden mit dem Zug von Nanning nach Kunming, weil die Hochgeschwindigkeitsverbindung noch nicht fertig gestellt ist. Ich bin mit dem Nachtzug gefahren, mit einem Hardsleeperticket. Das sind die billigsten Tickets für Schlafplätzen. So sieht das dann ungefähr aus:


Dort trifft man also ganz viele Chinesen, die zum Frühstück alle Fertignudelsuppe essen. Manche haben versucht mit mir zu reden. Zum Glück gab es beide Male jemand, der übersetzten konnte!

Die Stadt Kunming selbst ist wenig aufregend. Irgendwie wirken die Einwohner, als hätten sie einfach unglaublich viel Zeit und nix zu tun. Alles ist total entspannend. Überall sieht man (vor allem alte) Leute in Parks, die Karten spielen oder Musik machen. Komischer weiße fühlt man sich hier auch etwas zu Hause. In Nanning konnte ich bis jetzt immer noch mit T-shirt und kurzer Hose rumlaufen. Aber hier in Kunming ist richtig Herbst, die Bäume werden bunt und ich brauche zum ersten Mal seit langer Zeit endlich wieder eine Jacke. Tagsüber ist es noch recht warm, aber abends habe ich dann meistens schon etwas gefroren…

Kunming hat relativ wenige Sehenswürdigkeiten. Am ersten Tag in Kunming habe ich mir den Yuantong Temple und den Jadegrünen Seepark angeschaut.


Das war der gemütlichste  Park, den ich bis jetzt gesehen habe. Nur sonntags ist er ein wenig überfüllt. An meinem Tag der Abreise bin ich extra noch mal früh aufgestanden und zum Bambustempel gefahren – mit einem Minibus nr.C61 , bei dem man sich nicht sicher sein konnte, wohin er wirklich fährt. Der Bambustempel war der schönste und besondersteTempel, den ich bis jetzt besichtigt habe, wunderschön verziert und mit man findet ganz viele lebensgroße Figuren, die alle ihren eigenen Charakter haben.


Danach war ich noch im Yunnan Province Museum. Der Eintritt war frei, vermutlich weil gerade umgebaut wurde. Auf jeden Fall gab es dort eine Ausstellung mit Bildern von modernen chinesischen Künstlern und eine Ausstellung über die Kulturen und Traditionen der Minderheiten Yunnans. Yunnan ist die Provinz mit den meisten Minderheiten in ganz China. Eigentlich müsste man dort noch länger bleiben und andere Städte besuchen.


Außerdem war ich auf dem Xi Shan (West Berg), außerhalb von Kunming. Dort gehen auch ganz viele Einwohner hin, um frische Luft atmen zu können. Eine Frau hat mir erzählt,  dass sie ist jede Woche auf den Berg wandert. Es soll ein Sprichwort geben, dass besagte, dass man Kunming nicht gesehen hat, wenn man nicht auf Xi Shan war. Es gibt zwar Berge mit besserer Aussicht, aber der Aufstieg dauert trotzdem eine Ewigkeit. Auf dem Weg zum Gipfel liegen mehrere Tempel und ganz oben (wo auch eine Seilbahn hinfährt) befindet sich dann das Drachentor.

Die absolute Highlight aber war der Tagesauflug zum Steinernen Wald in Shilin. Mich hat am Anfang nur der Eintrittspreis ein wenig abgeschreckt. Dort hinzukommen war relativ unspektakulär, wenn man mal davon absieht, dass der Bus zum Busbahnhof unterwegs eine Panne hatte und alle Passagiere umsteigen mussten. Der Steinerne Wald ist eine beeindruckende Karstlandschaft. Es trägt wirklich fast jeder Fels einen Namen. „Deep and narrow George“ konnte man noch halbwegs nachvollziehen. Aber „ woman waiting for her husband?“ Ich glaube hier fehlt mir dann wieder die Phantasie. Zum Glück waren um diese Jahreszeit nicht mehr so viele Touristen unterwegs, sodass man den Ausflug wirklich genießen konnte. Man darf dabei aber nicht nur die Hauptattraktionen ablaufen, sondern muss auch unbedingt die kleinen Wege erkunden.  Der Steinerne Wald ist in einzelne Teilbereiche unterteilt. Aber der „Greater Stone Forest“ – das Zentrum – fand ich persönlich am schönsten. Hier sind die Felsen man engsten und steilsten.

 

 
11.11.13 07:09


Ausflug mit der Schule

Am Anfang der Woche, als ich von Kunming zurückgekommen bin, hat es hier in Nanning unglaublich stark geregnet wegen dem Taifun Haiyan. In der Zeit konnte man nur mit Flip-Flops raus, weil die Füße sowieso nass geworden wären. Felix war über dieses Wochenende auf der Insel Hainan und musste dort etwas länger bleiben als geplant, weil die Fähre zwischenzeitlich gesperrt war.

Bis zum Freitag hatte sich das Wetter bei uns aber wieder beruhigt, sodass alle Schüler (entspricht 16 Bussen) ihren Ausflug machen konnten. Jede Jahrgansstufe hat einen anderen Ort besucht. Die einen sind in Technikmuseum, andere in einen besonderen Garten. Wir waren mit Stufe 2 zunächst im Konfuzius Tempel in Nanning. Da ich bis jetzt nur buddhistische Tempel besucht hatte, war das also eine neue Erfahrung.

 

Überall kann man seine Wünsche aufschreiben und dann z.B. an einen Baum oder an die Wand hängen. Ein paar Schülerinnen wollten wissen, ob ich mir auch etwas wünschen möchte. Also habe ich meinen Wunsch auf ein kleines Brett geschrieben und zu den anderen gehängt. Jetzt hängt zwischen ganz vielen chinesischen Wünschen einer auf Deutsch.

Anschließend sind wir zusammen mit den Schülern noch ins Provinzmuseum Guangxi. Dort gibt es vor allem viele und teilweise uralte Bronzetrommeln zu sehen und eben andere Ausstellungsstücke von den Einheimischen aus der Provinz. Das Beste am Ausflug aber war für die Schüler, glaub ich, dass sie danach keinen Unterricht mehr hatten, aber dafür einen freien Nachmittag!

15.11.13 13:10


Nanhu Lake Park, Yangmei & Gitarre

Dieser Eintrag über das letzte Wochenende kommt etwas verspätet, aber irgendwie hatte ich diese Woche viel in der Schule zu tun.

Am letzten Wochenende war ich alleine in Nanning, weil Felix seinem Freund, der ihn besuchen gekommen ist, Guilin zeigen wollte. Da am Samstag richtig schönes Wetter war, habe ich mir den Nanhu Lake Park in Nanning angeschaut. Im Prinzip ist das einfach nur ein großer See, um den man einem außen rum laufen kann. Auf jeden Fall sind hier überall einheimische, die entspannen, singen oder Sport machen. Wenn man über die kleine Brücke über den See geht, hat man diesen Blick auf Nanning:


Für den Sonntag hatte ich mir vorgenommen das alte Dorf Yangmei außerhalb von Nanning zu besuchen. Die Beschreibungen, wie man die Busse findet, waren mal wieder etwas wage (schräg gegenüber von Bahnhof = 2 Häuserblöcke weiter,) gefunden haben ich es dann aber trotzdem. Außerdem hatte ich dieses Mal Hilfe von einem Studenten aus Deutschland. Etwa zwei Stunden hat die Fahrt dorthin gedauert. Im Internet habe ich gelesen, wie ein Tourist geschrieben hat, dass seine Frau auf der Fahrt dorthin seekrank geworden ist. Das kann ich im Nachhinein gut nachvollziehen! Die eigentliche Straße wurde nämlich erst gebaut. Das Dorf Yangmei hatte ich mir anders vorgestellt. Irgendwie war es dort mehr oder weniger unspektakulär und die Sehenswürdigkeiten waren auch nicht so das Wahre. Obwohl das Dorf von gut von Touristen besucht ist, leben die Dorfbewohner einfach ihr Leben, ohne den Touristen groß Beachtung zu schenken.


In der Nähe der Guangxi University habe ich übrigens endlich einen Laden gefunden, der Gitarren verkauft. Dort habe ich mir neue Gitarrenseiten gekauft, denn in unserer Wohnung haben unserer Vorgänger eine alte Gitarre zurückgelassen. Jetzt kann ich doch noch ein wenig üben! Ich habe auch zufällig ein paar Studenten getroffen, die an der Uni Gitarre spielen lernen. An einem Abend habe ich mit Ihnen getroffen. Ich war wirklich beeindruckt, wie gut sie schon nach zwei Jahren spielen konnten!

21.11.13 16:36


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung